Die Chronik des SV Nordgoltern von 1932 e.V.

Die Jahreszahl 1841 - 91 Jahre vor unserer Vereinsgründung - auf der ältesten erhaltenen Schützenscheibe aus Nordgoltern und die urkundliche Aufzeichnung des 3276 m² großen Platzes zum Freischießen im Verkoppelungsreceß von 1845 bis 1853 in Nordgoltern zeigen eine lange Tradition im Vorfeld unserer Vereinsgeschichte.

Im Frühjahr 1932 gründeten im Gasthaus Heinrich Volker in Nordgoltern folgende 12 Männer den Schützenverein Nordgoltern: Albert Hünerberg, Karl Kehne, Ernst Kramer sen., August Lampe, Walter Matthies sen., Ludwig Recht sen., Ewald Schröder ( Kassierer ), Albert Struß, Friedrich Struß, Fritz Stünkel, Heinrich Volker sen.  ( Vorsitzender ) und Fritz Ziegenmeier ( Schriftführer ).

Das Gasthaus Volker wurde Vereinslokal und hinter dem Gasthaus fand am Platz zum Freischießen der Schießbetrieb statt.

Die Mitgliederzahl wuchs auf 28 Schützenbrüder an und bis zum Ausbruch des Krieges war in unserem Verein eine rege schießsportliche Tätigkeit zu verzeichnen. Aber auch während des Krieges wurde der Schießsportbetrieb mit den Kyffhäusern aufrechterhalten. Selbst im Mai 1942 wurde noch ein allgemeines Bürgerschießen unter Aufsicht des Schützenvereins durchgeführt. Erst nach dem Ende des Krieges ruhte das Schießen für einige Jahre.

Obwohl lt. Besatzungsstatut erst ab 1950 wieder (mit offizieller Erlaubnis) geschossen werden durfte, fanden sich schon im Jahre 1949 wieder Schützenbrüder zusammen um den Schießsportbetrieb neu aufzunehmen. So konnte der erste König nach dem Krieg bereits 1950 wieder auf einem KK-Stand ausgeschossen werden.

Der KK-Stand, jetzt auf dem Gelände des Gasthofs Volker, war nach heutigen Begriffen sehr primitiv. Dem Schützen wurde damals sein Ergebnis und sein Trefferbild per Handanzeige übermittelt. Ein Feldtelefon, welches die Handanzeige ablöste, war schon ein gewaltiger Fortschritt in dieser Hinsicht. Bereits 6 Jahre nach Erstellung dieses 1. KK-Standes nach dem Krieg konnte im Jahre 1956 ein neuer Stand eingeweiht werden, bei dem der Schütze die Möglichkeit hatte, mittels einer Zugvorrichtung eine Scheibe zurückzuholen und so sein Trefferbild selbst zu begutachten. Ein weiterer Schritt war der KK-Stand mit seinen 2 automatischen Bahnen, der 1965 seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Bis 1965 stieg die Zahl unser Mitglieder auf 52 Schützenbrüder an. Mit Gründung der Jugend 1965 und der weiblichen Jugend 1972 stieg die Mitgliederzahl kontinuierlich an. Mit Gründung der Damenabteilung 1974 wuchs unser Schützenverein damals auf über 100 Mitglieder und Planungen für einen größeren Schießstand wurden aufgenommen.

Nach gründlicher Vorbereitung wurde 1979 mit dem Projekt am Ohweg begonnen.

Die Grundsteinlegung fand am 20.10.1979 im Beisein des damaligen Kreisvorsitzenden, Willi Oberheide, statt. Der Richtkranz für den 1. Teilabschnitt konnte bereits am 29.12.1979 aufgezogen werden. Im Herbst 1982 wechselten wir vom Gasthaus Volker zu unserer neuen Luftgewehr-Schießsportanlage mit Clubraum am Ohweg hinter den Sportanlagen.

Diesem ersten Bauabschnitt folgten die Sanitäranlagen, Wallanlagen, Kleinkaliber- und Pistolenstand. Mit einem großen Arbeitsaufwand ist es uns gelungen, trotz beschränkter finanzieller Mittel diese Schießsportanlage zu erstellen. Zahlreiche Helfer aus unserem Verein, stetige Mithilfe unserer örtlichen Handwerker und eine intakte Dorfgemeinschaft ermöglichten es, dass elf Jahre nach der Grundsteinlegung   Ehrenmitglied Willi Freiberg am 1. Mai 1990 den 1. Schuss auf dem neuen Kleinkaliberstand zur Einweihung abfeuern konnte.

Behördliche Auflagen ließen uns 1992 wieder zum Spaten greifen und unsere Kläranlage mit einer biologischen Reinigungsstufe erweitern.

Stetiger Mitgliederzuwachs und ein reger Schießbetrieb führten 1994 zu Überlegungen das Schützenhaus zu erweitern. Nach Überprüfung der Bausubstanz und Planung erfolgte 1998 die Umgestaltung des Klubraums und des Luftgewehrstandes. Beide Räume bieten in kombinierter Nutzung für Vereinsveranstaltungen bis zu 100 Mitgliedern Platz.

Ein gemeinsames Osterfeuer mit der Freiwilligen Feuerwehr Nordgoltern und ein Stand jedes Jahr am Stadtfest in Barsinghausen bildeten die finanziellen Rücklagen für unsere Schießstätte.

Mit Gründung der Damenabteilung gewann unser Verein am gesellschaftlichen und kulturellen  Format. Feste Bestandteile sind im Jahresprogramm Winterwanderung, 1. Mai-Wanderung, Fahrradtour um das Steinhuder Meer, Besuch der Deister-Freilichtbühne und die Weihnachtsfeiern geworden.

Gesellschaftliche Höhepunkte sind jedes Jahr unser Königsschießen und die anschließende Scheibennagelung mit Königsfeier.

Vereinsjubiläen feierten wir alle 5 Jahre mit einem Zeltfest. Zum 50 - jährigem Jubiläum unseres Schützenvereins richteten wir 1982 das Kreisschützenfest mit über 1000 Teilnehmern aus.

Schießsportliche Erfolge waren in den Gründerjahren und bis zur Fertigstellung der Schießsportanlage als besonders erwähnenswert 1967 der 1. Platz und damit der Gewinn des Grünen Bandes vom Deister mit der Mannschaft Horst Becker, Ludwig Recht jun., Fritz Rehren und Heinz Struß, 1976 der 2. Platz von Horst Brinkmann beim Schießen auf den Landeskönig von Niedersachsen, Kreisalterskönigin 1982 Waltraud Zimmermann und  1983 Ursula Reißner, 1985 Kreisjuniorenkönig Mario Rieger, 1994 Kreiskönigin Monika Voges, 1999 Kreiskönigin Elke Nordmeyer, 1998 Kreisjugendkönig und 2001 Kreisjuniorenkönig Cord Blume, 2002 Kreisjuniorenkönig Henrik Zingler.

1986 stellten wir mit Angela Blume erstmals eine Kreismeisterin im Luftgewehr, 1986 wurde unsere KK-Mannschaft Vize-Kreismeister im KK-Standard, obwohl wir zu der Zeit keinen eigenen KK-Stand hatten.

1990 schossen wir mit 3 Mannschaften, Luftgewehr Damen, Luftgewehr Schützen und Luftpistole, in der Regionalliga Deister-Weser. 1992 stiegen die Mannschaften Luftpistole in die Landesklasse und Sportpistole in der Regionalliga Deister-Weser auf. 1994 erfolgte der Aufstieg mit der Sportpistole in die Landesklasse. Den 2. Platz belegte die Mannschaft mit der Sportpistole 1996 in der Landesklasse. Von 1997 bis 2000 schoss die Mannschaft Luftpistole in der neuen Bezirksliga Deister-Weser und sicherte sich drei mal den Titelgewinn. 2001 erfolgte der Aufstieg in die Landesliga Süd und auf Anhieb wurde der 2. Platz erkämpft, anschließend 2002 Sieger Luftpistole Landesliga Süd und Aufstieg in die Landesverbandsliga.

Jedes Jahr errangen wir zahlreiche Kreismeistertitel mit unseren Mannschaften und in der Einzelwertung. In verschieden Wettkampfdisziplinen qualifizierten sich jedes Jahr mehrere Teilnehmer zu den Landesverbandsmeisterschaften. Platzierungen bis kurz vor die Medaillenränge waren keine Seltenheit.

Die Mannschaft Luftgewehr Auflage ( Bernd Nanko, Peter Fehrmann-Nagel, Heinrich Blume ) wurde Vize-Landesmeister bei den Landesverbandsmeisterschaften 2000. Mit der Luftpistole belegte Cord Blume den 3. Platz und qualifizierte sich als erster Schütze des Schützenvereins Nordgoltern zur Deutschen Meisterschaft. Im Jahr 2001 erfolgte die erneute Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft für Cord Blume mit der Freien Pistole.

Hervorragende Persönlichkeiten aus unserem Verein sind neben unseren Gründern der erste Vereinsvorsitzende Heinrich Volker, der Vereinsvorsitzende und jahrelange Kreisvorsitzende Helmut Lange und unser Ehrenvorsitzende Paul Liptow, der den Schützenverein Nordgoltern 18 Jahre geführt hat.

Durch ihre Initiativen und ihre Liebe zum Verein und zum Schießsport, selbstverständlich mit ihren anderen Vorstandsmitgliedern sorgten sie dafür, dass der Schießsport und natürlich auch die Geselligkeit und die Kameradschaft im Verein nie zu kurz kamen.

Weitere Schützenbrüder haben den Verein bis heute geleitet: Fritz Stünkel, Friedrich Schasse, Ewald Schröder, Fritz Rehren, Horst Brinkmann.

Der amtierende Vorsitzende Heinrich Blume führt seit 1990 den zur Zeit 122 Mitglieder starken Schützenverein Nordgoltern von 1932 e.V.

  Stand 14. Mai 2002

 

zur Startseite